Sportwetten
Eine Sportwette ist eine Wette, bei der Geldeinsätze auf das Eintreffen eines Sportergebnisses getätigt werden. Sportwetten werden entweder zu festen Gewinnquoten von einem Buchmacher angeboten oder zu variablen Quoten am Totalisator bzw. nach Art der Calcutta-Auktion abgeschlossen. Zusätzlich existieren so genannte Wettbörsen, bei denen die Benutzer über das Internet gegeneinander wetten können.
International bieten viele Wettfirmen täglich eine große Anzahl von Sportwetten an. Bei der traditionellen Form der Wettabgabe begibt sich der Kunde in ein Wettlokal, wo er einen Wettschein ausfüllt und den Wetteinsatz in bar hinterlegt. Heute jedoch ist die Wettabgabe per Internet die weitaus beliebtere Variante. Dies stellt insbesondere in Ländern ohne liberalisierten Glücksspielmarkt wie Deutschland bislang eine rechtliche Grauzone dar, da es dem Kunden möglich ist, eine Wette bei einem Online-Buchmacher abzugeben, der keine anerkannte Lizenz für das jeweilige Heimatland des Kunden besitzt. Viele Internet-Wettanbieter haben ihren Firmensitz in so genannten Steueroasen wie Malta oder Gibraltar, da sie dort nur vergleichsweise geringe Abgaben zahlen müssen.
Sportwetten werden seit einigen Jahren nicht mehr nur bei den dafür klassischen Sportarten wie Pferderennen oder Boxen ausgetragen. Heute dominiert die Fußball-Sportwette auf Spiele der europäischen Spitzenligen, der europäischen Pokalwettbewerbe und auf Länderspiele. Auch Hunderennen sind – besonders in Großbritannien – sehr beliebt; in den USA wird auch gerne auf Baseballspiele und American Football gewettet. In der Arabischen Welt, beispielsweise in Abu Dhabi, erfreuen sich Kamelwetten großer Beliebtheit.
Es sind außer der normalen Siegwette oftmals mehrere Wettmöglichkeiten für ein einziges Sportereignis möglich: So kann beispielsweise auch auf den Halbzeitstand, das genaue Ergebnis oder die Gesamtsumme der erzielten Punkte/Tore etc. gewettet werden. Besitzt eine Wette keinen Spielausgang, wird sie meist annulliert und der Spieler erhält seinen Einsatz zurück. Gründe dafür können z. B. ein Spielabbruch oder das krankheits- bzw. verletzungsbedingte Fehlen eines Spielers sein. Jeder Buchmacher ist allerdings ermächtigt, das Vorgehen in diesem Falle in seinen AGB zu verankern.
Im Fußball-Wettskandal 2005 wurden u. a. von ehemaligen DFB-Schiedsrichter Robert Hoyzer Spiele aus der 1. Bundesliga, der 2. Bundesliga und der Regionalliga sowie dem DFB-Pokal manipuliert, um hohe Gewinne mit ungewöhnlichen Ergebnissen zu erzielen.
Grundlagen
Bei klassischen Sportwetten wird dem Kunden eine feste Quote für jedes Ergebnis eines Sportereignisses angeboten, aus dieser lässt sich dann der mögliche Gewinnbetrag errechnen. Auf jeden der möglichen Ausgänge kann eine Wette platziert werden.
Beispiel
Ein typisches Wettereignis könnte auf dem Wettschein eines Buchmachers wie folgt aussehen:
FC Bayern München - Borussia Dortmund 1 1.80 0 3.20 2 4.00
- Der Ausgang “1″ repräsentiert hier einen Sieg der als erstes gelisteten Mannschaft (Bayern).
- Die “0″ (oft auch “X”) steht für ein Unentschieden.
- Die “2″ steht für einen Sieg Dortmunds. Bei Fußballwetten und vielen anderen Sportarten wird die Heimmannschaft standardmäßig an erster Stelle genannt, die Auswärtsmannschaft als letztes. Bei Ereignissen, die keinen eindeutigen Heimteilnehmer haben (beispielsweise Tennismatches), obliegt die Auflistungsreihenfolge dem Buchmacher.
Schließen wir nun eine Wette auf einen Sieg von Bayern München
- zu einer Quote von 1.80 und mit einem Einsatz von 15 Euro ab, erhalten wir im Gewinnfall unseren Einsatz multipliziert mit der Gewinnquote zurück. In diesem Falle betrüge der Gewinn 27 Euro (15 * 1,80). Aussagekräftiger ist es allerdings, den Reingewinn zu berechnen, denn die 15 Euro Einsatz behält in jedem Falle der Buchmacher. Der Reingewinn errechnet sich wie folgt: (Einsatz * (Quote – 1)), in unserem Beispiel entspricht dies (15 * 0,8) = 12 Euro. Bei einer Gewinnquote von 2 entspricht der mögliche Reingewinn genau der Höhe des getätigten Einsatzes.
Quoten
Aus den Quoten berechnet sich der mögliche Gewinn, der beim Eintreffen des Ereignisses erzielt werden kann. Im europäischen Raum werden die Quoten meist als Faktor dargestellt, der mit dem Einsatz multipliziert die mögliche Gewinnsumme ergibt. Es gibt allerdings abhängig vom Standort zahlreiche andere Darstellungsformate. So werden Quoten in Großbritannien gewöhnlich als Brüche dargestellt, in den USA als positive (mögliche Auszahlung bei 100$ Einsatz) oder negative (nötiger Einsatz für 100$ Gewinn) Summen, im asiatischen Raum verwendet man ebenfalls Faktoren, die allerdings den möglichen Reingewinn und nicht die Gewinnsumme anzeigen.
Aus den Quoten für jeden möglichen Ausgang eines Wettereignisses lässt sich die Ausschüttungsquote eines Buchmachers berechnen. Eine Ausschüttungsquote von 80 % bedeutet beispielsweise: Wird auf jeden möglichen Ausgang eines Ereignisses so viel Geld gesetzt, dass die Gewinnsumme jeweils gleich hoch ist, beträgt der Gewinn das 0,8-fache des eingesetzten Kapitals. Der für den Kunden ideale Buchmacher hätte demnach eine Ausschüttungsquote von 100 %, jedoch wäre eine solch hohe Ausschüttung für den Wettanbieter nicht mehr wirtschaftlich. Wettbörsen und so genannte asiatische Buchmacher erreichen oft Ausschüttungsquoten von 95% und mehr.
Bei Sportwetten ist es, ähnlich wie beim Poker, theoretisch möglich, auf lange Sicht gesehen Gewinne zu erzielen. Geschickte Spieler nutzen dabei quotentechnische Fehleinschätzungen von Buchmachern bzw. des allgemeinen Wettmarktes aus. Wenn der Spieler einzuschätzen vermag, ob der Erwartungswert der zu wettenden Ereignisse über dem durch die Gewinnquote implizierten Erwartungswert liegt, wird er auf lange Sicht Gewinne erzielen. Eine andere Möglichkeit, langfristig Gewinne zu erzielen, ist das Erwirtschaften von Arbitragegewinnen, auch Surebetting (von engl. sure bet = sichere Wette) genannt. Dadurch, dass jeder Buchmacher unterschiedlich hohe Quoten für jedes mögliche Ergebnis einer Wette anbietet und sich die Quoten auf dem Markt stetig ändern, kann es für einen kurzen Zeitraum zu einer Ausschüttungsquote von über 100 % kommen und somit ein Gewinn unabhängig vom Eintreten des Ergebnisses erzielt werden, indem ein anteiliger Geldbetrag auf jedes mögliche Ergebnis gleichzeitig gesetzt wird. Es gibt professionelle Spieler, die diese Methoden soweit perfektioniert haben, dass sie ihren Lebensunterhalt allein durch Sportwetten bestreiten können.
Spezialwetten
Es können oft noch viele weitere Wetten als die klassische Siegwette (Sieg, Unentschieden, Niederlage) auf ein Ereignis abgeschlossen werden. Dies ist von Buchmacher zu Buchmacher unterschiedlich. Beispiele hierfür sind „Wer führt zur Halbzeit?“, „Fallen 0-2 Tore oder mehr?“, „Wie lautet das genaue Endergebnis?“ und so weiter. Eine Langzeitwette ist eine Wette, die nicht innerhalb eines Tages entschieden wird: Wetten auf den Meistertitel, Champions League Sieg, Torschützenkönig, Wimbledon-Sieger usw. Der Sportwetter kann oft aus einer Vielzahl an Spezialwetten für ein- und dasselbe Ereignis auswählen.
Wettarten
Einzelwette
Die klassische Einzelwette (siehe Beispiel oben) besteht aus einer Wette auf den Ausgang eines einzelnen Ereignisses.
Kombinationswette
Auch kurz „Kombi-Wette“ genannt. Hierbei werden mehrere Wetten auf verschiedene Ereignisse in einen Wettschein aufgenommen. Die Quoten aller Ereignisse werden miteinander multipliziert und ergeben die Gesamtquote der Kombinationswette. Der Einsatz gilt für die gesamte Wette. Beispiel:
Wolfsburg - Nürnberg 1 1.60 Freiburg - Bayern 2 1.90 Bielefeld - Kaiserslautern X 3.30
Diese drei Wetten werden in die Kombinationswette aufgenommen. Die Gesamtquote errechnet sich durch das Multiplizieren der einzelnen Quoten miteinander: (1,6 * 1,9 * 3,3) = 10. Bei einem Einsatz von 15 Euro betrüge der mögliche Gewinn (15 * 10) = 150 Euro. Die Wette ist allerdings nur dann gewonnen, wenn jedes einzelne Ereignis der Kombinationswette richtig getippt wurde. Die hohe Quote ist oftmals verlockend, allerdings ist die Gewinnchance mit steigender Anzahl an Tipps entsprechend geringer. Kombinationswetten sind also nicht allgemein lukrativer als Einzelwetten. Die Anzahl der erlaubten Kombinationen ist von Buchmacher zu Buchmacher verschieden, oftmals können bis zu 10 oder mehr Spiele miteinander kombiniert werden.
Systemwette
Als Systemwette wird zusammengefasst eine Reihe sich ähnelnder Kombinationswetten bezeichnet. Eine Systemwette kann auch dann noch gewonnen werden, wenn einer oder mehrere Tipps falsch sind, jedoch verringert sich dann die Gewinnsumme. Systemwetten werden in der Form X aus Y beschrieben, beispielsweise 3 aus 5 oder 4 aus 7 (ähnlich 6 aus 49 im Lotto). Die erste Zahl bezeichnet hierbei die Zahl der Tipps, die für einen Gewinn mindestens richtig sein müssen. Die zweite Zahl bezeichnet die Gesamtzahl der getippten Spiele. Aus diesen Spielen werden nun so viele unterschiedliche Kombinationswetten wie möglich gebildet, jede Kombinationswette besteht dabei aus der Anzahl Wetten die mindestens richtig sein müssen. Es werden bei einer Systemwette 3 aus 5 aus den 5 Spielen alle möglichen verschiedenen Dreierkombinationen gebildet. Jede einzelne dieser resultierenden Kombinationswetten nennt man auch „Wettreihe“. Der Einsatz wird pro Wettreihe berechnet. Setzt man bei einer Anzahl von 10 Wettreihen je 2 Euro ein, beträgt der Gesamteinsatz 20 Euro. Beispiel:
Wolfsburg - Nürnberg 1 1.60 Freiburg - Bayern 2 1.90 Bielefeld - Kaiserslautern X 3.30 Manchester - Chelsea 2 3.50 Real Madrid - Barcelona 1 2.00
Diese Wette könnte nun als Systemwette 3 aus 5 gespielt werden. Es werden dann alle möglichen unterschiedlichen Dreierkombinationen aus diesen 5 Spielen gebildet, in diesem Beispiel insgesamt 10 Kombinationen. So könnte eine dieser Kombinationen aussehen:
Wolfsburg - Nürnberg 1 1.60 Bielefeld - Kaiserslautern X 3.30 Real Madrid - Barcelona 1 2.00
Sind nur 2 oder weniger der 5 Tipps richtig, ist die gesamte Wette verloren. Sind 3 Tipps richtig, ist eine der 10 Wettreihen richtig. Bei obigem Beispiel betrüge der Gewinn (2 * 1,6 * 3,3 * 2,0) = 21,12 Euro. Bei 4 oder 5 richtigen Tipps erhöht sich auch die Anzahl der richtigen Tippreihen, bei 5 richtigen Tipps wären alle 10 Reihen richtig. Systemsportwetten sind durchaus mit Lotto zu vergleichen – die Gewinnsumme steigt mit der Anzahl richtiger Tipps an, bei einer geringen Zahl richtiger Tipps bekommt man meist nur etwas mehr als den Spieleinsatz zurück.
Live-Wette
Live-Wetten sind eine Erweiterung des traditionellen Wettangebots, dessen mögliche Abgabe mit dem Beginn des Ereignisses (plus einer eventuellen Annahme-Karenzzeit) endet. Hierbei kann noch während des laufenden Spiels auf viele verschiedene Ereignisse gewettet werden. Der Reiz für den Wettenden liegt in der schnellen Abfolge der Wettmöglichkeiten und der vermeintlich besseren Einschätzbarkeit des Ereignisses anhand des gesehenen Ablaufs. Live-Wetten werden sowohl im Internet als auch in Wettlokalen angeboten, allerdings hat nicht jeder Anbieter derartige Wetten im Angebot und oft sind Live-Wetten im Vergleich zum traditionellen Wettangebot auf ausgewählte Sportereignisse beschränkt. Der Grund liegt darin, dass für jedes Live-Ereignis ein oder mehrere Buchmacher eingestellt werden müssen, die die Quoten während der laufenden Spielzeit anpassen oder die Wettabgabe aussetzen, wenn beispielsweise ein Tor erzielt oder eine rote Karte gegeben wurde.
Besonderheiten in Deutschland
In Deutschland werden täglich einige Sportwetten vom staatlich lizenzierten Wettanbieter ODDSET angeboten. Die Sportwette wird in einer der vielen ODDSET-Annahmestellen in Deutschland oder auch in einem speziellen Wettbüro abgeschlossen.
Darüber hinaus gibt es private Anbieter, sowie eine Vielzahl kleinerer Wettvermittler, die im Auftrag Sportwetten vermitteln. Die privaten Sportwettenanbieter reklamieren ihre Legitimität teils aufgrund von Lizenzen der letzten DDR-Regierung, die wegen des Einigungsvertrages in ganz Deutschland Gültigkeit erlangt hätten, teils aufgrund europarechtlicher Gültigkeit einer legalen Lizenz in einem anderen Mitgliedsland der EU.
Der Wettanbieter ODDSET ist dagegen der Auffassung, er sei derzeit der alleinige legale Anbieter von Sportwetten in Deutschland. Das Anbieten von Sportwetten ist in Deutschland genehmigungspflichtig, jedoch aufgrund des geltenden „Staatsvertrags zum Lotteriewesen in Deutschland“ nicht genehmigungsfähig – das Veranstalten ohne Lizenz und die Teilnahme an derartigen Sportwetten in Deutschland ist strafbar nach §§ 284, 285 Strafgesetzbuch. Neue Erlaubnisse werden jedoch von den Bundesländern seit Jahren nicht mehr erteilt – und wurden in den alten Bundesländern für private Unternehmen auch nie erteilt – wodurch ODDSET quasi eine Monopolstellung einnimmt, die jedoch von den privaten Anbietern von Sportwetten in Frage gestellt wird. Dabei wird insbesondere auf den Vorrang des Europarechtes vor deutschem Recht Bezug genommen.
Am 28. März 2006 hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass ein Staatsmonopol für Sportwetten mit dem Grundrecht der Berufsfreiheit des Art. 12 Abs. 1 GG nicht vereinbar ist, sofern es nicht konsequent am Ziel der Bekämpfung von Suchtgefahren ausgerichtet ist. Es hat dem Gesetzgeber aufgegeben, die Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten unter Beachtung der verfassungsrechtlichen Vorgaben bis zum 31. Dezember 2007 neu zu regeln. Dabei könne ein verfassungsmäßiger Zustand sowohl durch eine konsequente Ausgestaltung des Wettmonopols erreicht werden, die sicherstellt, dass es wirklich der Suchtbekämpfung dient, als auch durch eine gesetzlich normierte und kontrollierte Zulassung gewerblicher Veranstaltung durch private Wettunternehmen. Darüber hinaus hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass das gewerbliche Veranstalten von Wetten durch private Wettunternehmen und die Vermittlung von Wetten, die nicht vom Freistaat Bayern veranstaltet werden (dort war das Verfahren anhängig), weiterhin als verboten angesehen und ordnungsrechtlich unterbunden werden dürfen. Dies bedeutet, dass private Sportwettbüros zwangsweise durch die zuständigen Behörden geschlossen werden dürfen. Ob in der Übergangszeit bis zu einer gesetzlichen Neuregelung eine Strafbarkeit nach § 284 StGB gegeben ist, unterliegt nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts der Entscheidung der Strafgerichte.
Insbesondere zum gemeinschaftsrechtlichen Aspekt hat das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil darüber hinaus bestätigt, dass die Anforderungen des deutschen Verfassungsrechts parallel zu den vom Europäischen Gerichtshof zum Gemeinschaftsrecht formulierten Vorgaben laufen. Nach dessen Rechtsprechung ist die Unterbindung der Vermittlung in andere Mitgliedstaaten mit dem Gemeinschaftsrecht nur vereinbar, wenn ein Staatsmonopol wirklich dem Ziel dient, die Gelegenheiten zum Spiel zu vermindern, und die Finanzierung sozialer Aktivitäten mit Hilfe einer Abgabe auf die Einnahmen aus genehmigten Spielen nur eine nützliche Nebenfolge, nicht aber der eigentliche Grund der betriebenen restriktiven Politik ist (vgl. EuGH, Urteil vom 6. November 2003 – C-243/01 – Gambelli und andere, Slg. 2003, I-13076, Rn. 62). Die Vorgaben des Gemeinschaftsrechts entsprechen damit denen des Grundgesetzes.
Die Praxis seit dem Urteil des BVerfG hat jedoch gezeigt, dass die Rechtslage seitdem keineswegs geklärt worden ist. Zum einen wird nun von seiten der privaten Anbieter von Sportwetten sehr genau beobachtet, wie weit ODDSET die in dem Urteil vom 28. März 2006 genannten Verpflichtungen (Werbeverbot, Information über Suchtgefahren) erfüllt. Zum anderen wird die Verletzung von Europäischem Recht durch ein rein nationales Sportwettenmonopol für ODDSET ins Spiel gebracht, d.h. konkret ein Verstoß gegen die auf europäischer Ebene nach dem EG-Vertrag bestehende Dienstleistungsfreiheit. Die in Deutschland bis zum 25. Oktober 2006 vorliegenden höchstrichterlichen und obergerichtlichen Entscheidungen bestätigten jedoch alle das Wettmonopol (siehe z.B. Am 14. Oktober 2008 hat sich das Bundesverfassungsgericht erstmals mit den neuen Regelungen des Glücksspielstaatsvertrages (GlüStV) befasst Nach Auffassung des Gerichts sind die Vorschriften des GlüStV und insbesondere das Verbot der Veranstaltung und Vermittlung öffentlicher Glücksspiele im Internet (§ 4 Abs. 4 GlüStV) sowie die hierzu getroffene Übergangsbestimmung für das Jahr 2008 (§ 25 Abs. 6 GlüStV) zumutbar und damit verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden. Die strafrechtliche Bewertung des Sachverhalts ist davon völlig unabhängig zu sehen.
Der Europäische Gerichtshof hat am 8. September 2010 das deutsche Lotteriegesetz für unvereinbar mit europäischem Recht erklärt. Mit dem im Rahmen der Organisation von Sportwetten und Lotterien in Deutschland errichteten staatlichen Monopol werde das Ziel der Bekämpfung der mit Glücksspielen verbundenen Gefahren nicht in kohärenter und systematischer Weise verfolgt, urteilte der EuGH.

